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Wohin gehen die Architekturtrends 2017 und 2018?

Wohin gehen die Architekturtrends 2017 und 2018?

Städteplanung, Wohnungsbau, Energie, Integration und Digitalisierung

Aus der Sicht des Architekten und Ingenieurs sind hier Gedanken zum Thema „Wohin bewegt sich die Architektur 2017 und 2018 für die grundlegenden Bereiche Städteplanung, Wohnungsbau sowie für Integration, Energieumstellung und Digitalisierung“ zusammengefasst, die auf den aktuellen Maßnahmen, Planungen, Herausforderungen und Wünschen von Behörden, Stadtverwaltungen, Planern, Industrie und Bauherrn beruhen und sich als Trends abzeichnen.

Bereits zu Beginn des Jahres 2017 zeichneten sich in den Bereichen Planen und Bauen einige Hauptthemen ab, die das Jahr bestimmen sollten. An erster Stelle ist der Bau von – insbesondere kostengünstigen – Wohnungen zu nennen. Dieses zentrale Thema stellt seit eh und je eine Vision im Wohnungsbau dar und ist leichter gesagt als umgesetzt. Es ist schwierig und überaus komplex. Der erforderliche Wohnraum muss überwiegend in Städten oder auf stadtnahem Bauland entstehen, die einem hohen Siedlungsdruck unterliegen – die Grundstückspreise sind immens hoch, besonders die Preise der vorrangig benötigten Grundstücke. Als Folge dieses Ist- Zustands heißt das Schlagwort „Innenentwicklung“, somit Wohnraumverdichtung im sogenannten „Innenbereich“ der Städte und Kommunen, in bereits bebauten Gebieten. Dieser Gedankengang erscheint wirtschaftlich sinnvoller als teure Planungen im „Außenbereich“ der Städte, hat aber zur Folge, dass die zuständigen Bauämter und Städteplaner eine veränderte Grund- und Geschossflächenzahl zulassen müssen oder in den Bebauungsplänen berücksichtigen und somit Aufstockungen und höhere Ausnutzungen von Grundstücken ermöglichen.

Heutzutage beschäftigen sich Planer, Ingenieure, Soziologen und Altersforscher im Wohnungsbau zunehmend damit, Antworten auf eine sich ständig verändernde Gesellschaft zu finden. Ein neues „Miteinandergefühl“ kristallisiert sich heraus, dass die Anpassung von Grundrissen an die jeweiligen Bedürfnisse zur Folge haben muss. Vor Jahren begann man schon mit der Schaffung von Mehrgenerationenhäusern, um der „gelebten Gegenseitigkeit“ als Idealvorstellung von Nachbarschaft dauerhaft tragbare Fundamente zu geben. Hier werden also die veränderten Bedürfnisse für neue Grundrisse hervorgebracht und zur Umsetzung „Generationsübergreifender Wohnkonzepte“ hingeführt – eine mögliche Alternative zu Pflege- und Altersheimen könnte geschaffen werden. Der klassische Single- bzw. Seniorenhaushalt wird sich voraussichtlich weiterhin in den „Innenbereichen“ der Städte ansiedeln und zu mehr Flächenbedarf führen.

Bauen im Sinne des Energiewandels muss umfassend betrachtet werden.

Bauen ist teurer geworden und der Preistrend hält heuer unvermindert an. Die Ursache liegt auf der Hand – gestiegene Anforderungen an die Energieeffizienz ist die Hauptursache neben hohen Grundstückspreisen. Die Verquickung des kosteneffizienten Bauens mit den Zielen des Energiewandels ist eine Herausforderung, der sich insbesondere Gebäudeplaner, Ingenieure und Städteplaner stellen müssen und die nur mit einer umfassenden Betrachtung zu einer langlebigen Lösung führt.

Betriebskosten stehen für den Bauherrn vermehrt im Vordergrund, denn wer baut, umbaut, modernisiert, kann zu Recht auch Rentabilität fordern und erwarten. Die Problematik muss jedoch differenziert betrachtet werden: sich ständig oder häufig ändernde Verordnungen, wie zum Beispiel die Energieeinsparverordnung (EnEV), treiben die technischen Aufwendungen und somit die Baukosten in die Höhe. Hier sind Lösungen und klare Entscheidungen durch die Politik gefragt.

Rund um die Ballungszentren

Das Thema Integration hat auch 2017 und 2018 wieder große Bedeutung. Städte, Gewerbeparks, öffentliche Plätze sowie Spiel- und Erholungsparks haben eine gewichtige Bedeutung beim Vorhaben „Gesellschaftliche Integration“. Planungsfehler aus früheren Zeiten können heute helfen dieses Integrationsvorhaben und die Akzeptanz beim Bürger zu verbessern. Wohnen, Einkaufen, Freizeit, Arbeiten, Erholung, Spiel, Sport und reale soziale Kontakte, nicht nur über die sozialen Medien, haben eine wichtige und rudimentäre Bedeutung für ein funktionierendes soziales Klima.

Integration bedeutet nicht nur den „Innenbereich“ zu betrachten, sondern das Augenmerk auch auf das Umland zu werfen. Dieses muss stärker mit einbezogen werden und eine verbesserte Infrastruktur bekommen, wie zum Beispiel Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs oder Kooperation der Umlandkommunen mit den Stadtverwaltungen. Die Metropolregion Nürnberg hat diese Kooperation schon lange in die Realität umgesetzt und beispielsweiße einen gut funktionierenden Nahverkehr, vorzugsweise mittels S-Bahn, geschaffen.

Digitalisierung auch im Bauwesen – Geodaten finden vermehrt Anwendung

Die Digitalisierung findet auch in der Architektur und Stadtplanung zunehmend vermehrt Anwendung. Genau ermittelte und je nach den Bedürfnissen abgestimmte Daten ermöglichen immer präzisere Ermittlungen der Bauzeiten, Logistikplanungen und vor allem Baukosten. Diese digitalen Hilfsmittel tragen entscheidend zu einer wirtschaftlicheren Bauabwicklung bei und fördern die Transparenz im Planungs- und Bauprozess. Auch in den Büros und den Wohnräumen wird die Digitalisierung voranschreiten. Weitere Anwendung findet die Digitalisierung im Bereich der Gebäudesteuerung, Sicherheitstechnik, Bedienkomfort in den Wohnräumen sowie bei der Energieeinsparung.

Schlussbetrachtung

Bauherren werden sich künftig von den „alten Bauzöpfen“ trennen und mit den neuen, bedarfsorientierten Planungen anfreunden müssen und diese sicher auch gerne annehmen. Im Gegenzug bekommt man hochwertigen, wertbeständigen Wohnraum der eine angenehme Wohnund Lebensqualität bietet.

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